In den 516 von HUGSI untersuchten Städten machen urbane Grünflächen weiterhin rund 43,6 Prozent der analysierten Stadtfläche aus. Damit bleibt der Wert gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Hinter diesem stabilen globalen Durchschnitt verbirgt sich jedoch eine besorgniserregende Entwicklung. Grünflächenverluste treten inzwischen in einem deutlich größeren Anteil der untersuchten Städte auf. Im Jahr 2025 verloren 84 Prozent der analysierten Städte mehr Grünfläche, als sie hinzugewannen. In der vorherigen Auswertung waren es 73 Prozent.
Insgesamt erfasste HUGSI in den 516 Städten einen Zuwachs von rund 43,5 Millionen m² Grünfläche, während gleichzeitig etwa 140,3 Millionen m² verloren gingen.
Damit ergibt sich ein Nettoverlust von rund 96,8 Millionen m² urbaner Grünfläche - das entspricht etwa 13.600 Fußballfeldern.
Das Gesamtausmaß des Nettoverlusts liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Die Verluste verteilen sich jedoch auf deutlich mehr Städte. Nur 65 Städte verzeichneten einen Nettozuwachs an Grünfläche, gegenüber 119 in der vorherigen Auswertung.
Dies zeigt einen wichtigen Unterschied: Der globale Grünflächenanteil kann relativ stabil erscheinen, während sich auf lokaler Ebene innerhalb einzelner Städte erhebliche Veränderungen vollziehen.
Europa bleibt mit durchschnittlich 46,3 Prozent urbaner Grünfläche die grünste Region der HUGSI-Studie. In Süd- und Westasien liegt der regionale Durchschnitt dagegen bei lediglich 24,4 Prozent.
Gleichzeitig hat sich Europas Nettoverlust deutlich erhöht. Die Region verzeichnete einen Rückgang von rund 28,9 Millionen m², verglichen mit 13,3 Millionen m² in der vorherigen Auswertung.
Zentral- und Ostasien verzeichnete mit rund 35,4 Millionen m² den größten regionalen Nettoverlust. Gegenüber dem Rückgang von 55,4 Millionen m² in der vorherigen Auswertung stellt dies jedoch eine Verbesserung dar.
Unter den europäischen Hauptstädten fällt Vilnius weiterhin besonders auf: Rund 61 Prozent der Stadtfläche sind grün, davon etwa 47 Prozent mit Baumkronen bedeckt. Auch Zagreb, Ljubljana und Sarajevo verfügen über umfangreiche urbane Grünflächen.
Die Daten für 2025 zeigen außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und urbanem Grün.
Städte in der niedrigsten Bevölkerungsdichte-Kategorie verfügen durchschnittlich über 52,8 Prozent Grünfläche. In der Kategorie mit der höchsten Bevölkerungsdichte sind es nur 29,7 Prozent.
Bei der Veränderung wird der Unterschied noch deutlicher. Die 103 Städte in der höchsten Dichteklasse machen lediglich 20 Prozent der untersuchten Städte aus, stehen zusammen jedoch für rund 49,2 Millionen m² - mehr als die Hälfte des weltweiten Nettoverlusts an Grünfläche.
Der Schutz und die Entwicklung urbaner Natur sind daher gerade in schnell wachsenden und dicht besiedelten Städten besonders wichtig - und zugleich besonders anspruchsvoll.
Trotz des negativen globalen Trends gewannen 65 Städte mehr Grünfläche hinzu, als sie verloren.
Zu den größten gemessenen Nettozuwächsen gehörten Shanghai (+1,46 Millionen m²), Karachi (+0,61 Millionen m²), Caracas (+0,36 Millionen m²) und Mumbai (+0,35 Millionen m²).
Die mithilfe von Satellitendaten erkannten Veränderungen können zahlreiche Ursachen haben, darunter Bautätigkeit, Vegetationswachstum, saisonale Bedingungen und Veränderungen der Landnutzung. Einzelne Jahreswerte müssen daher stets im jeweiligen lokalen Kontext betrachtet werden.
Die Ergebnisse zeigen dennoch, dass der Verlust urbaner Grünflächen nicht unvermeidbar ist. Städte können ihre grüne Infrastruktur schützen, stärken und ausbauen und damit gesündere, kühlere und widerstandsfähigere urbane Lebensräume schaffen.
Highlights aus der Präsentation
Erfahren Sie mehr über die Erkenntnisse aus der Veröffentlichung 2025 zusammen mit einer vollständigen Liste aller analysierten Städte.


Erfahren Sie mehr darüber, wie die Studie durchgeführt wurde und unsere Methodik im Abschnitt „So funktioniert es'.
So funktioniert es